Regale gut gefüllt: Mit Handelspartnern wie Sandra Steinmetz (links) von der Firma Armbruster in Flein will die Bioinitiative Zaber-Neckar weiter wachsen.

07. Februar 2021, Artikel und Foto von Jörg Kühl

 

Die Bioinitiative Zaber-Neckar blickt auf ein erfolgreiches erstes Vermarktungsjahr zurück und will weiter wachsen. Im Januar 2020 hatten die Mitglieder des 2017 gegründeten Vereins begonnen, unter dem Label „Bioregion Zaber-Neckar“ biologisch erzeugte Nahrungsmittel gemeinsam an die Kunden zu bringen. Seitdem ist der Verein von 21 auf 24 Mitglieder gewachsen. Und weitere Kooperationspartner werden gesucht.

 

Wichtigstes Kriterium einer Mitgliedschaft

Wichtigstes Kriterium einer Mitgliedschaft ist, dass die Betriebe laut Vereinssatzung biozertifiziert und Mitglied bei einem anerkannten Bio-Anbauverband wie Demeter, Naturland, Bioland oder Ecovin sind. Als Region definiert der Verein Stadt- und Landkreis Heilbronn sowie direkt angrenzende Landkreise. Dort sollen nicht nur die Produzenten der Primärerzeugnisse sitzen, sondern möglichst auch sämtliche Schritte der Weiterverarbeitung erfolgen. Inzwischen beliefert die Bioinitiative etwa 20 Adressen: Hofläden, einen regionalen Lebensmittel-Einzelhändler und Bio-Lebensmittelhändler.

Sandra Steinmetz, Leiterin des Biomarkts Armbruster in Flein, handelt seit zwölf Jahren mit biologisch hergestellten Lebensmitteln. An der Initiative schätzt die Unternehmerin, dass sie mit einer Bestellung 24 Lieferanten erreicht. In der Vergangenheit habe sie die Ware von jedem Erzeuger separat bestellt. Dabei sei es nicht immer einfach gewesen, die Mindestbestellmenge, die eine Lieferung erst rentabel macht, zu erzielen. Zu den neuesten Produkten, die die Bioinitiative vermarktet, zählen Hanföle von Rainer Kubach aus Langenbrettach, Fruchtaufstriche von dem Ilsfelder Markus Föll sowie Wachsblöcke des Heilbronner Imkers Hans Rosen. Letztere dienen zur Herstellung von Kosmetika.

 Angebotsspektrum soll erweitert werden

Die Bioinitiative Zaber Neckar ist nach Aussage der Vorstandsmitglieder Jürgen Winker und Reiner Döbler noch nicht zufrieden mit dem Erreichten. Die Mitglieder möchten das Angebotsspektrum erweitern, unter anderem gebe es Gespräche mit einer Käserei im Neckar-Odenwald-Kreis. Auch regional erzeugte Mühlenprodukte wie Mehl, Flocken oder Nudeln könnten gut ins Portfolio integriert werden.

Bei Fleisch- und Wurstwaren sieht das derzeitige Angebot dünn aus. Das liege auch an der seltenen Haltung von Bio-Nutztieren im Aktionsradius der Bioinitiative. Zudem ist der Verein auf der Suche nach „Lebensmittel-Handwerkern“, wie es Jürgen Winkler bezeichnet: Betriebe, die die landwirtschaftlichen Primärerzeugnisse zu Bio-Produkten weiterverarbeiten.

 Zusammenarbeit mit regionalen Herstellern

Für Händler wie Sandra Steinmetz ist die Zusammenarbeit mit regionalen Herstellern ein eherner Grundsatz: Nicht nur wegen der kurzen Anfahrtswege, sondern auch, um eine möglichst vielfältige Fruchtfolge in der Region zu befördern. Ein Beispiel dafür sind die Linsen, die Markus Stengel in Botenheim anbaut, und die als Stickstoffbinder zur natürlichen Bodenverbesserung beitragen.

Seit Dezember ist die Bioinitiative Mitglied der Bio-Musterregion Heilbronner Land. „Ein Ziel ist es, einen Regionalmanager einzustellen, der die passenden Partner in der Region zusammenführt und der an der Entwicklung neuer Produkte mitwirkt“, so Jürgen Winkler.

 

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